Sachverständigenbüro für Anlagentechnik und Gewässerschutz
Dortmund

Prüfung von Mineralöl- und Chemieanlagen nach § 46 AwSV
Erstellung der wasserrechtlichen Anlagendokumentation nach § 43 AwSV (interaktiv)
Beratung im Genehmigungsverfahren nach BImSchG
Zertifizierung von WHG-Fachbetrieben

Dr. rer.nat. Michael Krutz, Chemiker
Am Gulloh 27, D-44339 Dortmund
Tel. 0231-4277966, Mobil 0175-1676311, Fax 0231-4277967, Mail mk@dr-krutz.de


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Häufig gestellte Fragen zur Anlagendokumentation


Aus welchem Rechtsgrund muss ich eine Anlagendokumentation haben?

Der Betreiber einer Anlage zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen hat nach § 43 Abs. 1 AwSV eine Anlagendokumentation zu führen, in der die wesentlichen Informationen über die Anlage enthalten sind.

In der Interaktiven Anlagendokumentation sind die Rechtsgrundlagen verlinkt. Hier ist die Druckfassung (mit Mauszeiger vergrößern):

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Was sind die wesentlichen Informationen?

Das sind Angaben zum Aufbau und zur Abgrenzung der Anlage, zu den eingesetzten Stoffen, zur Bauart und zu den Werkstoffen der einzelnen Anlagenteile, zu Sicherheitseinrichtungen und Schutzvorkehrungen, zur Löschwasserrückhaltung und zur Standsicherheit. Genaueres ist in der Technischen Regel TRwS 779 (DWA-A 779, Allgemeine Technische Regeln) unter Nr. 6.2 Abs. 2 ausgeführt.

Die wesentlichen Informationen lassen sich auch so zusammenfassen:

  Eigenschaften der Anlage,
  Eigenschaften des Standorts,
  Zusammenwirken von Anlage und Standort,
  Vermeidung des schädlichen Zusammenwirkens.

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Wozu dient die Anlagendokumentation?

Zunächst hat der Betreiber die Anlagendokumentation der zuständigen Behörde auf Verlangen in textlicher Form vorzulegen. Sachverständige sollen vor Anlagenprüfungen Einsicht in die Anlagendokumentation nehmen um z.B. Herstell- und Zulassungsnummern der zu prüfenden Anlagenteile zu erfahren. Auch die Fachbetriebe nach § 62 AwSV müssen vor fachbetriebspflichtigen Tätigkeiten Einsicht nehmen können, um Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten fachgerecht durchführen zu können (§ 43 Abs. 3 AwSV).

Gebrauchsspuren an Sicherheitseinrichtungen wie das zerkratzte Typenschild einer Auffangwanne erschweren gelegentlich die Ermittlung der wesentlichen Angaben für den AwSV-Prüfbericht, wenn keine diesbezügliche Anlagendokumentation zur Hand ist.

Typenschild

Im Fall eines Umweltschadens ist die Anlagendokumentation ein wichtiges Dokument, das helfen soll, aufwendige Sachaufklärung (Gefährdungsmerkmale, Ausbreitungswege im Untergrund) und deren Kosten zu vermeiden und Hilfestellung für wirksame Sofortmaßnahmen zu geben.

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Brauchen wir als EMAS-Standort eine Anlagendokumentation?

Nein, sofern eine Umwelterklärung oder ein Umweltbetriebsprüfungsbericht mit genau den Angaben existiert, die in einer Anlagendokumentation enthalten sein müssen. Die Praxis zeigt allerdings, dass die der EMAS-Zertifizierung zugrundeliegende Dokumentation oft bezüglich der im Schadensfall wichtigen Gefährdungsmerkmale und der Ausbreitungswege im Untergrund unzureichend ist. Doppelarbeit muss selbstverständlich vermieden werden, aber die kritische Prüfung des Grads der Überschneidung ist durchaus anzuraten.

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Genügt es, eine Betriebsanweisung zu haben?

Die Betriebsanweisung ist auf der Grundlage der Anlagendokumentation zu erstellen. Eine klar verständliche Betriebsanweisung setzt voraus, dass eine Anlagendokumentation existiert, in der die sicherheitsrelevanten Anlagenteile mit klaren Begriffen unverwechselbar beschrieben sind. Bildlich gesprochen sehen wir eine logische Pyramide, auf der die oberen Steine nur Halt finden, wenn der Unterbau in Ordnung ist.

Klare Begriffe
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Was ist eine Interaktive Anlagendokumentation?

Die Interaktive Anlagendokumentation besteht aus einem knappen, frei gestalteten Text, wobei die oft umfangreiche zugrundeliegende Dokumentation durch Hyperlinks hinterlegt ist und jederzeit vollständig eingesehen werden kann. Zeitraubendes Suchen und Blättern entfällt. Im Notfall wird die benötigte Information rasch gezielt aufgefunden. Ein Dokument mit urkundlichem Charakter, z.B. das Tankprüfzeugnis des Herstellers, muss nicht im Original hervorgesucht werden, wenn es nur darum geht, seinen Inhalt einzusehen. In der Interaktiven Anlagendokumentation wird an der entsprechenden Stelle das Tankprüfzeugnis per Hyperlink als PDF-Datei auf den Bildschirm gebracht (oder ausgedruckt) und kann ohne Suchaufwand direkt eingesehen werden.

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Hilft die Anlagendokumentation bei der Gefährdungsbeurteilung?

Die Gefährdungsbeurteilung nach § 3 BetrSichV hat den Arbeitsschutz im Fokus. Gewässerschutz (Boden- und Grundwasserschutz) ist nicht das Thema. Es gibt jedoch Überschneidungen. Ein Beispiel:

Zur Kennzeichnung von fünf Füllanschlüssen im Fernfüllschacht einer Tankstelle (siehe Foto - ganz rechts ist kein Füllanschluss, sondern der Gaspendelanschluss) gibt es sechs Arten von Farbtafeln. Dabei wird die Kennzeichnung "weiß auf grün" sowohl für Dieselkraftstoff als auch für zwei Arten von Vergaserkraftstoff verwendet, wie die ausgearbeitete Tabelle zeigt. Bei diesem Durcheinander kann durchaus von einer "psychischen Belastung der Beschäftigten bei der Verwendung dieses Arbeitsmittels" (§ 3 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 BetrSichV) gesprochen werden. Folgerichtig kam es zu einer Fehlbetankung.

Fernfüllschacht

Zur Erstellung einer Anlagendokumentation nach AwSV - für eine Tankstelle zwingend erforderlich - gehört eine Inventarliste der prüfpflichtigen Anlagen und Anlagenteile. Hierbei fallen unweigerlich die Kennzeichnungsdefizite auf, sofern sie nicht bereits im Zuge der Gefährdungsbeurteilung manifest wurden.

Kennzeichnung

Das Beispiel zeigt, dass die Abstimmung des Abschnitts "Anlagensicherheit" in der Anlagendokumentation mit dem Betrieblichen Arbeitsschutz sehr zu empfehlen ist.

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